Playas - Guayaquil
Die lange Badebucht im Städtchen Playas gehört an Wochenenden und in der Ferienzeit den Guayaquileños. Die Menschen aus der 3 Millionen Metropole Guayaquil suchen in ihrer Freizeit Erholung am Strand. Heute sind aber nur eine Handvoll Fischer am Strand. Ihren eher spärlichen Fang verkaufen sie direkt ab Boot. Die Fischerboote ziehen sie über viele Rundhölzer über den flachen Strand. Bei Ebbe stranden die Boote weit draussen. Die Balsaholzflösse mit aufge- spanntem Segeltuch warten auf Gäste. Wir übernachten auf dem Parkplatz des Hotels Promenade, das vom Schweizer Ueli gemanagt wird. Fast bis Mitternacht  erfahren wir viel Interessantes über das Leben im Ferienstädtchen Playas und Ecuador. Wer auswandert, kennt viele Geschichten. Uelis Frau ist Ecuadorianerin. Die Hoteleinrichtung hat sehr guten Schweizerstandard, man fühlt sich gleich wie zu Hause.  
In der grössten Stadt von Ecuador, Guayaquil,  suchen wir in den verstopften Strassen einen Parkplatz. Ein Ding der Unmöglichkeit. Wir würden gerne die lange Uferpromenade am Rio Guayas besuchen. Sie ist das Herzstück der Stadt. Die zahlreichen Parkplätze im Zentrum sind alle randvoll. Hinzu kommt, dass die Einfahrtshöhe meist auf 2 m be- schränkt ist. Wartende Autokolonnen vor der Parkplatz- einfahrt sprechen für lange Wartezeiten zum Parkieren. Das nächste Mal versuchen wir es am frühen Morgen und nicht erst gegen 10 Uhr.
Der korrupte Polizist – will 150 US$ von uns abzocken!
Diese Begegnung war überfällig! Von andern Reisenden hatten wir mehrere Geschichten gehört, aber auch in diversen Reiseberichten gelesen. Nun waren wir an der Reihe und kamen in eine korrupte Polizeikontrolle. Dank unserer Reiseerfahrung und den treuen Grundsätzen, die wir konsequent einhalten, endete das „Kräftemessen“ zu unseren Gunsten. In unseren Köpfen eingebrannt hat sich der Grundsatz: Gib einem Polizisten (auch Militär) bei  Strassenkontrollen nie, aber wirklich nie ein Originaldokument in die Hände. Das praktizieren wir seit wir die Grenze USA – Mexiko überschritten haben. Nun der Reihe nach.
Am Nachmittag fuhren wir von Guayaquil über El Trifuno Richtung Riobamba. Vor dem Dorf Bucay gibt es eine Zahlstelle, wo wir einen US-Dollar Strassengebühren entrichteten. Nach dem Kassahäus- chen parkten wir rechts auf dem Abstellplatz. Regine wollte noch die schönen Kakaoplantagen fotografieren. Ich blieb im Auto und schaute dem Polizisten auf der anderen Strassenseite zu. Sein Fahrzeug stand ca. 30 m weiter vorne, direkt bei einer grossen Bodenwelle (Tope), die alle Fahrer zwingt, fast zum Stillstand ab- zubremsen. Der Polizist hatte gerade einen Einheimischen abge- fangen, der nun in die Mangel genommen wurde. Als Regine zurück- kam fuhren wir weiter, am Polizeifahrzeug vorbei und im Schritt- tempo über die grosse Bodenwelle. Die Fahrt ging gemütlich weiter, bis nach etwa 500 m das Polizeifahrzeug links an uns heranbrauste. Der Polizist deutete an den Strassenrand und forderte uns auf zum Anhalten. Er stellte sein Fahrzeug hinter unserem Camper ab und kam zur Fahrerseite. Er wollte mir die Hand zur Begrüssung reichen, die ich jedoch nur mit einem buenos tardes erwiderte. Er verlangte die „licencia“. Ich überreichte ihm eine laminierte Kopie vom Internationalen Führerschein.
Er war damit nicht zufrieden, er wollte die Originalpapiere in der Hand haben. Ich erklärte ihm, dass alle Originalpapiere immer im Hotelsave aufbewahrt werden und gab ihm noch einen schön, farbig laminierten Passausweis. Das passte dem Herrn in der schönen Uniform überhaupt nicht und er bat mich auszusteigen. Zusammen gingen wir zu seinem Polizeifahrzeug, wo er in grosser Schrift auf einem Block über der Kühlerhaube „150 US$“ aufskizzierte. Eine Busse über 150 US$! Für  was? Jetzt erklärte er uns, dass wir mit 90 km/h beim ihm über die Bodenwelle gerast seien. Jetzt bekamen wir einen Lach- krampf und begannen etwas lauter zu werden. Er deutete auf seine Kontrollinstrumente im Fahrzeug hin, die weder eingeschaltet noch funk- tionstüchtig waren. Die Anlage sah aus wie frisch vom Schrottplatz. Regine zeigte auf unser eingeschaltetes Navigationsgerät, das zuverlässig immer unsere Geschwindigkeit aufzeichnet. Es wurde immer offensichtlicher. Er hatte sich in den Kopf gesetzt von uns 150 US$ abzuzocken und damit die eigene Tasche zu füllen.
Ich holte den Reiseführer und zeigte ihm die Schweizer Konsulat Adresse von Guayaquil. Ich schlug ihm vor, dass wir zusammen dorthin zurück- fahren. Ich müsse jedoch noch zuerst ein paar Fotos von ihm machen. Ich hatte schon die Kamera in der Hand und wollte ihn von allen Seiten ablichten. Jetzt kam Bewegung in die Sache. Er verwarf die Hände, wehrte ab und wollte sich nicht fotografieren lassen. Und wir wollten nicht 150 US$ für einen korrupten Polizisten ausgeben. Hätte er auch nur einen Augenblick seinen Verstand gebraucht, hätte er feststellen müssen, dass man 50 m nach der Zahlstelle mit Barriere mit unserem Camper nicht mit 90 km/h über die „tope“ rasen kann. Das Gespräch wurde immer unfreundlicher. Seine plumpe Anmache zum Abkassieren war so offen- sichtlich, dass er sich schämen müsste. Unser Navi, die Fotos, die wir von ihm machen wollten, und die Schweizeradresse in Guayaquil brach dann das Fass für ihn zum Überlaufen. Aufbegehrend, verärgert gab er unsere Kopien zurück und ging zum Polizeifahrzeug. Kurz darauf wendete er sein Fahrzeug und fuhr zur Zahlstelle zurück.
Fazit: Gebe nie Originalpapiere in Fremde Hände (ausser am Zoll- übergang) sonst bist du immer am „kürzeren Hebel“, auch wenn die Originalpapiere  wie immer gut versteckt im Camper sind. Nie an einen Polizisten Geld abliefern, immer auf der Bank den Bussen- betrag einzahlen, wenn er gerechtfertigt ist. Am Abend im Camper konnten wir am Laptop die exakte Fahrgeschwindigkeit eruieren. Die Quittung von der Strassengebühr hatte die Uhrzeit  15.42 Uhr aufgedruckt.  Mit diesem Hinweis konnten wir exakt unser Tempo ablesen. Mit 5 km/h fuhren wir über die Bodenwelle am Polizisten vorbei. Mit 90 km/h über eine solche Bodenwelle zu rasen, unser Camper würde das kaum überleben. Ein Frage bleibt noch: Wo und von wem hat der Polizist in der Ausbildung solche korrupte Machenschaften gelernt?  
Leere Gasflasche in Ecuador – wie weiter?
Bereits zum zweiten Mal gab es heute Morgen zum Frühstück keinen heissen Kaffee. Unsere 8 kg Gasflasche ist leer. Von Alaska bis Kolumbien hatten wir nie ein Problem, die Gasflasche an einer Abfüllstation zu füllen. Unsere Gasflasche, gekauft in Halifax, hat einen amerikanischen Anschluss. Die Gasflaschen in Ecuador haben einen anderen Gewinde-Anschluss. Gefragt wäre jetzt einen Adap- ter mit Gewinde USA und Gewinde Ecuador. In der grössten Stadt des Landes, Guayaquil, suchten wir das Gasabfüllzentrum am Stadt- rand auf. Von den grossen Abfüllanlagen hören wir die metallischen Klänge der Gasflaschen auf den Transportbändern. An drei verschie- denen Abfüllstationen fahren fast pausenlos Lastwagen ein und aus. Die 3-Millionen Metropole will mit Gas fürs Kochen versorgt sein. Bei der ersten Abfüllstation wartete ich in einem Büro. Nach einer viertel Stunde kam der Bescheid, nein, diese Flasche könne man nicht abfüllen. Bei der zweiten und dritten Abfüllstation wollte uns auch niemand helfen. Nun versuchte es Regine. An allen drei Orten erhielt sie ebenso eine Absage.
In den Unterlagen von anderen Reisenden werden wir dann fündig. Südlich von Ambato gibt es eine Agipgas-Abfüllstation die auch Amerikanische Gasflaschen auffüllen. (Abzweigung von der Pana- mericana nach Montalvo) S 01.33271º  W 078.63593º. Die Abfüll- station liegt auf einem kleinen Hügel. Vom Parkplatz aus sieht man auf die grossen Einrichtungen der Anlage. Wir wurden freundlich empfangen und nach ca. zehn Minuten war die Flasche bereits gefüllt. (8 kg Gas für 10 US$)  Super Service! Ab Morgen gib es wieder heissen Kaffee zum Frühstück!

Baños 1810 m  – ein Marienwallfahrtsort
Das angenehme Klima, Thermalquellen und der noch zeitweise aktive Vulkan Tungurahua 5023 m ziehen Einheimische wie Touris aus aller Welt an. Baños lebt! In den schmalen Gassen herrscht Einkaufsstim- mung. Der Ort hat eine gute Infrastruktur mit Hotels, Restaurants und Reiseagenturen.  Eine Vielzahl von Freizeitaktivitäten rund um Baños stehen zur Aus- wahl. Das Dorf liegt am Rio Pastaza, der sich eine tiefe Schlucht nördlich vom Tungurahua gegraben hat. Beidseits des Flusses gibt es viele kleine Felder an den steilen Bergflanken bis in eine Höhe von etwa 3000 m. Unser Camp richten wir am Dorfrand ein. Das Hostal Monte Selva hat einen gross- zügigen, abschliessbaren Parkplatz. Strom und warme Duschen geniessen wir ebenso, wie der ruhige Platz. Ohne Thermalbad-Benützung, dafür mit WIFI, zahlen wir 10.- US$. Zu Fuss sind wir in ein paar Minuten mitten im Zentrum. Uns zieht es in die Höhe. Ein steiler Weg führt uns zum „La Cruz de Bellavista“. Der Blick von oben zeigt das Dorf eingeklemmt zwischen steilen Bergflanken.
Wir wandern weiter hoch bis zur Luxus-Hosteria Luna Runtúne. Ein Höhenweg führt uns ans andere Dorfende, wo wir bei der Virgen del Agua Santa über mehrere Hundert Treppenstufen ins Tal hinab- steigen. Die Rundwanderung dauerte ca. vier Stunden. Gegen 16 Uhr brachte uns ein Taxi auf der gegenüberliegenden Talseite zum Mirador Ojos del Volcan, 2708 m. Der freie Blick auf den Vulkan wurde durch ein paar Wolkenfetzen verhindert. Der Tungurahua war im Oktober 1999 so aktiv, dass Baños komplett evakuiert werden musste. Den rauchenden Gipfel des Berges konnten wir aber nur auf Plakaten und Fotos sehen. Zurzeit ist der Tungurahua nicht aktiv, der „Eruptionstourismus“ ruht und bringt kein Geld. Ja, wenn Wetter und Vulkanaktivitäten aufeinander abgestimmt sind, lassen sich nachts die teils grossen Asche- und Lavaausbrüche fotografieren. Zurzeit liegt die oberste Vulkanspitze in einer dicken Wolkendecke.
Beim abendlichen Spaziergang durchs Zentrum konnten wir auch die Baños-Spezialitäten aus Sirup und rohem Zuckerrohr probieren. Die ockerfarbenen Cremeriegel sind fast überall erhältlich. An den Ladeneingängen wird kräftig auf die Süssigkeit aufmerksam ge- macht. Flinke Hände ziehen die elastischen Striemen in die Länge und schlagen diese geschickt über einen Ast zurück. Der Prozess wiederholt sich laufend, bis der Strang die richtige Konsistenz erreicht. Wir erhalten Kostproben. Die "Alfeñique" (Zuckermandel-Striemen), eine gummiartige Klebmasse ist zuckersüss und ent- spricht weniger unserem Gusto.
National Park Chimborazo - Übernachten auf 4373 m
Von Baños über Riobamba fahren wir bis Licán. Das grosse Plakat zum Vulkan Chimborazo kann man kaum übersehen. Die gut ausgebaute Strasse führt Richtung Westen. In Calpi, zwischen Dorfplatz und Kirche, machen wir eine Mittagspause. Das kleine Dorf wirkt ausgestorben. Die grosse Kirche ist ge- schlossen wegen Renovationsarbeiten. Jetzt steigt die Strasse kontinuierlich an. In 4373 m Höhe beim Parkeingang liegt die Rangerstation. Wir dürfen gleich nach der Einfahrt eine Nacht kostenlos campen, WC und Strom inklusive. Der höchste Berg Ecuadors mit 6310 m Höhe zeigt sich gegen Abend Nebelverhangen. Gegen 17 Uhr verlassen die letzten Besucher den National Park, der von 8 – 17 Uhr geöffnet ist. Die Wettersituation an diesem Abend wechselt alle paar Minuten. Nebel, schwarze Wolken, dazwischen ein paar blaue Flecken am Himmel wechseln ab. Die untere Hälfte des riesigen Vulkankegels ist nebelfrei. Der Gipfel hält hartnäckig immer ein paar dichte Wolkenfetzen.
Gegen 18 Uhr fegte ein starker Wind durch die Gegend. Die unter- gehende Sonne warf ihre letzten Strahlen Richtung Vulkan. Wie ein beleuchtetes Bühnenbild erscheint nun die Landschaft. Per Knopf- druck vom Beleuchter eingeschaltet für einen Schlussapplaus. Die ganze Szenerie dauerte nur 2 – 3 Minuten, dann legte sich langsam ein blau-schwarzes Licht über den Berg. Wir sind fasziniert. Der Ranger am Eingang will unsere Fotos sehen und ist begeistert. Wir ziehen uns zurück in die warme Kabine und beobachten den Vulkan Chimborazo, bis die schwarze Nacht ihn ganz verschluckt. Zur späten Stunde sehen wir nur noch die dunklen Konturen durch eine dünne Nebelschicht. An schlafen ist kaum zu denken, die Luft ist dünn. Wir befinden uns im Anklimatisierungszustand. Die Temperatur sinkt auf 0 Grad, wir kriechen unter die warmen Duvets.
Morgens um 6 Uhr klingelt unser Wecker. Ein Blick aus dem Fenster und wir sind hellwach. Der Vulkan Chimborazo  ist fast wolkenfrei, doch ohne Sonne kaum spektakulär. Nach dem Frühstück in der warmen Kabine nehmen wir die 8 km Wellblechpiste unter die Räder. Unser Ziel, die Hermanos-Carrel-Hütte auf 4800 m Höhe. Unser Nissan-Turbo-Diesel läuft und läuft, hat kein Problem mit der Höhe. Kurz nach der Ranger- station erblicken wir in der Morgensonne die ersten Vikunjas beim Früh- stücken. Die schwache Sonne erhellt ihr Fell in ein leuchtendes goldbraun. In kleinen Gruppen durchstreifen sie die sehr karge Vulkanlandschaft. Auf ihrem Speisezettel stehen Moosgeflechte und Gräser. Die sehr schlan- ken Tiere haben ein goldbraunes bis rot- braunes Fell, der Bauch ist weiss. Die Vikunjas haben sich der  kalten kargen Berglandschaft angepasst. Sie leben in Höhen zwischen 3500 m bis 5000 m. Wir kommen nur langsam voran. Wir beobachten die scheuen Tiere aus Distanz.
Die Fotostopps brauchen Zeit. Das Fotoherz pulsiert! Einmalig, unver- gesslich! Wir lassen uns Zeit und geniessen diese gemütliche Auffahrt. Auf dem Parkplatz in 4800 m Höhe stehen gerade zwei Fahrzeuge. Die Tourbusse aus Nah und Fern kommen später! Vom Refugio Hermanos-Carrel führt ein Wanderweg zur Edward Whymper Schutzhütte auf 5000 m Höhe. Langsam steigen wir auf in dünner Luft. Nach 45 Minuten erreichen wir die Hütte. Wir bestellen beim Hüttenwart heissen Tee (zwei Tassen, zwei Dollar) und geniessen den heissen Trunk. Von hier starten die nächtlichen Klettertouren mit entsprechender Ausrüstung. Erfahrung im Bergsteigen in Eis und Schnee ist Voraussetzung. Der Berg ist kein Kin- derspiel und definitiv nichts für uns. Der erloschene Vulkan zieht sich gegen Mittag in sein grau-weisses Kleid zurück. Nebel und Wolken ver- hangen präsentiert sich der Berg den später eintreffenden Tourgruppen. Die zahlreichen Bikes auf den Kleinbussen versprechen bestimmt eine abenteuerliche Talfahrt. Ein bisschen "Downhill" vom Chimborazo, warum nicht?
Riobamba – Macas, quer durch den Sangay National Park
Die Strasse zwischen Riobamba und Macas ist bis auf wenige Kilo- meter asphaltiert. Auf der Strecke Richtung Amazonasbecken gibt es kaum Verkehr, ausser ein paar Autobussen, die zwischen Rio- bamba und Macas verkehren. Die Strasse führt quer durch den Sangay-Nationalpark. Der aktive Vulkan Sangay mit 5230 m Höhe hüllt sich in Nebel und Regen. Wir fahren durch subtropischen Dschungel des amazonischen Hochlands. Beidseits der Strasse zeigt der dichte Dschungel eine Blütenpracht. Blühende Orchideen zu Tausenden leuchten aus dem dichten Regenwald. Der Niesel- regen zwingt uns, die Fotostopps auf ein Minimum zu beschränken.
Kaum sind wir ausgestiegen, sind die Kameras nass. Im Westen dehnt sich die östliche Kordillere ins Andenhochland aus und üppige Niederschläge  bis über 4 m im Jahr sind für den grössten Teil des Nationalparks die Regel. Eine zerklüftete, wilde Landschaft prägt den Park, der kaum mit Strassen erschlossen ist. Wir überqueren verschiedene Flüsse, die mäanderförmig den Weg durch die be- waldeten Täler suchen. Der Zugang in die Urlandschaft ist in der feuchten Bergwelt sehr erschwert und nur mit ortskundigen Führern ratsam. Wir bleiben auf der Strasse. Die nächste Dschungeltour kommt bestimmt.

Unterwegs von Macas nach Baeza -
ein Blick von oben auf den Regenwald
Etwa sieben Kilometer vor Tena biegen wir von der Route 45  in das kleine Regenwalddorf Misahuallí ab. Mitten auf dem Dorfplatz be- grüssen uns die ersten Kapuzineraffen. Gleich drei Reisemobile parken nebeneinander. Misahuallí ist Treffpunkt für Exkursionen in den tropischen Tiefland-Regenwald. Der Ort liegt am Nordufer des Rio Napo. Am Abend trinken wir zusammen ein kühles Bier am Fluss. Mit Karl und Dorothea aus Deutschland, Lukas und Brigitte aus der Schweiz, beide unterwegs nach Norden, tauschen wir Reiseinfos aus und lauschen den Dschungelgeräuschen.
Etwas später übernachten wir in einer Seitenstrasse nahe der Poli- zeistation. Auf eine zehntägige Regenwaldtour verzichten wir, die Zeit in Ecuador (90 Tage) wird knapp. Die Galápagos-Inseln stehen auch noch auf unserem Reiseprogramm. So unternehmen wir zu Fuss mit Karl und Dorothea in Jatun Sacha eine Dschungeltour. Beim Informationszentrum, das über die Tier- und Pflanzenwelt aufklärt, entrichten wir den Eintritt von 6 US$ und erhalten eine Skizze für den Rundwanderweg. Die Broschüre  „self  guided trail“ (5 US$)  hat seine Tücken. Wegabzweigungen, Zeit- oder Kilometerangaben  sucht man vergebens. Den 30 m hohen Vogelbeobachtungsturm, aus Armierungseisen dreieckförmig zusammengeschweisst, ent- decken wir auf einem kleinen Hügel.

Mit einem Sicherungsseil klettere ich an den Eisenstangen hoch, eine Treppe gibt es nicht. Auf der kleinen runden Plattform über den Baumwipfeln blicke ich auf die endlosen Weiten des Regenwaldes. Ich sehe in der Ferne den Rio Napo, der sich irgendwo im Dschungel verliert. Der traumhafte Ausblick mit 360 Grad Panorama auf das grüne Regenwalddach ist grossartig. Die Konstruktion aus Eisen, mit einer Schenkellänge von ca. 35 cm, erinnert an eine „Dreieck-Säulen-Armierung“, die nur von einer Person bestiegen werden kann. Ein Kreuzen beim Klettern ist nicht jedermanns Sache. Zu viert suchen wir den Weg zurück, der Dschungel hat uns fest im Griff. Obwohl wir sehr gut im Navigieren sind, richten wir uns bei jeder Wegabzweigung nach dem Sonnenstand. In dieser Wildnis kann man wirklich im „Kreis“ wandern. Wegweiser gibt es kaum. Weit entfernte Geräusche einer Strasse bringen uns in die Forschungsstation Jatun Sacha zurück. Nach über drei Stunden kehrten wir mit verschmutzen Schuhen und Kleidern zum Ausgangspunkt zurück. Das nächste Mal nehmen wir genügend Wasser und Lebensmittel mit. Man weiss ja nie, wann der Urwald uns wieder frei gibt!

Nationalpark  Cotopaxi – Camping Tambopaxi
Der zweit höchste Berg Ecuadors, Cotopaxi 5897 m, erreichen wir über eine Zubringerstrasse aus dem letzten Jahrhundert. Die kürzere, aber raue Pflastersteinstrasse fordert uns heraus.  Sehr grosse Löcher und eine katastrophale Strassenoberfläche zwingen uns in den 1. und 2. Geländegang. Der Nationalpark ist von 8 – 15 Uhr offen. Um 15 45 Uhr  hängt die eiserne Kette über der Torein- fahrt. Der Parkwächter notiert in seinem Besucherbuch unsere Namen und lässt uns passieren. Kurze Zeit später stellen wir unser Fahrzeug beim Tambopaxi- Camping (S 00.58724 / W 078.44846) in 3750 m Höhe ab. Fünf Igluzelte sind neben dem Parkplatz aufge- stellt und in dem sehr schönen Restaurant blicken die Gäste  auf den Vulkankegel, der einen Hut trägt.
Der Cotopaxi, einer der höchsten aktiven Vulkane der Erde, 5897 m, reizt mit seiner perfekten Kegelform zum Besteigen. Eine kurven- reiche Zufahrt führt bis auf rund 4600 m Höhe. Von dort sind es noch 200 Höhenmeter bis zum Refugio José Ribas. Die Schutzhütte verfügt über Schlafplätze und Kochmöglichkeiten. Gegen 18 Uhr treffen Karl und Dorothea ein. Sie sind auf der guten Piste vom Süden her in den Nationalpark gefahren. Am Abend sitzen wir im gut besuchten Restaurant. Es ist Wochenende und der Berg wartet auf die Bergsteiger. Karl hat vor Jahren den Cotopaxi mit einer Gruppe bestiegen durch Schnee und Eis. Kein Kinderspiel! Karl und Dorothea geben uns viele interessante Reiseinfos von den südlichen Ländern. Wir markieren viele Ort auf der Südamerikakarte und fragen uns, ob wir das in den nächsten zwei Jahren alles schaffen. Am nächsten Tag zeigt sich der Vulkan von der Regen- und Nebelseite. Die Ruhepause ist uns Willkommen, wir müssen noch viel lesen und schreiben. Die Nächte sind kalt und wir sind froh, nicht im Igluzelt übernachten zu müssen. Unsere Gas-Heizung funktioniert perfekt. Der Weckdienst von Regine klappte auch diesmal.
Ein Blick aus dem Fenster überrascht uns. Der Vulkankegel präsentiert sich im blauen Himmel. Glück für die nächtlichen Bergsteiger.  Wir klopfen an die Türe vom Reisemobil und sofort streckt Klaus den Kopf durchs Dachfenster. Kurze Zeit später steigen wir zusammen auf den Hügel hinter dem Berg- restaurant und bestaunen das grossartige  Pano- rama. Der Cotopaxi im stahlblauen Himmel, ein Glücksfall. Nach dem Frühstück fahren wir zur Laguna de Limpiopungo. Der flache Andensee be- herbergt verschiedene Vogelarten. Während wir um den See wandern, zieht sich der Vulkan in sein weisses Nebel- und Wolkenkleid zurück. Zurück auf der Panamericana geben wir die Koordinaten ein für die Laguna Quilota. Einen Tag später erblicken wir auf dem Parkplatz beim brandneuen Touristenzentrum das Reisemobil von Lukas und Brigitte. Die Welt ist doch so klein! Die Strecke über Chugchilán nach Sigchos fahren wir gemeinsam. Die Strecke wird ausgebaut. Mehrere Baustellen sind zu passieren. Wenn es regnet empfiehlt sich auf der Naturstrasse den 4x4. In der Nähe von Toacazo stellen wir unsere Fahrzeuge auf einen Vorplatz bei Einheimischen ab. Nach dem Nachtessen sitzen wir im Auto von Lukas und Brigitte. An Gesprächsstoff fehlt es nicht. Und was machen wir Schweizer?  Jassen, natürlich! Den Spielausgang verraten wir nicht.
Galápagos – eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt!
Über unsere 8-tägige Rundreise vom 21. - 28.10.2012 mit der Yacht Angelito und der Schweizerin Maya Homberger als Nationalpark- Guide (26 Jahre Erfahrung auf Galápagos) berichten wir ausführlich im Monat November. Die Reise mit Maya hat alle Erwartungen weit übertroffen und es war noch viel schöner und interessanter, als wir uns das vorgestellt haben.
Insgesamt waren 12 Gäste an Bord, alles Schweizer. Galápagos und alles auf Schweizerdeutsch, einfach grossartig! Wir können das Reisebüro Cometa Travel in Quito allen Galápagos-Fans nur empfehlen!!! Ein Super-Service mit allem was dazu gehört. In der Bildergalerie vom Oktober gibt es ein paar Fotos, mehrere Tausend haben wir auf Galápagos geknipst. (www.angelitogalapagos.com)

 

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